Golmer Höhenweg - Geißspitzsteig - 16.10.2022

Für diesen Oktobersonntag war tolles Wetter angesagt und ich entschied mich den recht bekannten Golmer Höhenweg zu machen. Da ich noch nie in Golm war (auch nicht im Winter), war ich gespannt, wie es dort aussieht.
Ich stellte mein Auto bei der ersten Mittelstation der Golmerbahn in Latschau ab, um mit einer der ersten Gondeln um 8:30 nach oben zu fahren. Die Bergfahrt von dort nach ganz oben kostete rund 20€, Parkgebühren dafür keine.

Wasserleitung Golm

Blick in der dritten Sektion aus der Gondelbahn hinauf. Das auffällige Wasserrohr verbindet den (recht weit entfernten) Lünersee mit dem Kraftwerk und Stausee in Latschau.

Bergstation Golmerbahn Grüneck

Los ging es dann mit der Wanderung nach der 1000 Höhenmeter Schummelei auf 1900m an der Bergstation Grüneck.
Noch war hier alles verlassen und trüb.

Gauer Tal

Ich entschied mich auf Grund des noch bewölktem Wetter den Golmer Höhenweg untypisch andersherum zu machen, d.h. zuerst die wenig spektakuläre Hangquerung zwischen Grüneck und Lindauer Hütte.
Hier bin ich bereits um die erste Ecke herum und blicke in das Gauer Tal, an dessen Ende sich die Lindauer Hütte befindet. Der Rückweg führt dann über die Berge rechts zurück.

Sonnenstrahlen Kristberg

Blick zurück. Die ersten Sonnenstrahlen beschienen bereits Kristberg im Silbertal.

Hangweg bei bewölktem Wetter

Total einsam ging es einfach und größtenteils leicht absteigend den Hang entlang. Der Berg im Hintergrund ist das Schwarzhorn (ja, es gibt jede Menge Schwarzhörner in den Alpen).

Obere Latschätzalpe

Insgesamt rund 150m geht es bis zu dieser Oberen Latschätzalpe hinab. Wenn man die Tour andersherum macht, ist dieser 150m Aufstieg am Ende der Runde wahrscheinlich etwas nervig. Man könnte aber auch alternativ ohne weiteren Aufstieg durch das Gauer Tal absteigen.

Herbstwanderung Montafon

Blick das Gauer Tal hinab Richtung Schruns.

Hangquerung

Noch einmal der Blick zurück nach der Querung dieses steilen Grashangs. Der Weg ist hier aber immer breit und einfach.

Wanderweg Golm Lindauer HütteWeg durch Latschenkiefern

Nun wurde es deutlich malerischer. Zum einen, da nun endlich die Sonne durchkam und zum anderen, weil nun die beeindruckende Drusenfluh auftauchte.
Noch bevor ich die Lindauer Hütte erreicht hatte, zweigte ich nach 1:15h geruhsamem Wanderns zum steilen Aufstieg auf die Geißspitze ab.

Steiler Aufstieg Geißspitze

Und es wurde recht schnell steil, wobei der Weg nur hier am Anfang direkt auf Fels ging.

Lindauer Hütte

Blick hinab zur Lindauer Hütte. Dahinter die Sulzfluh, die ich einmal von der Schweiz aus bestiegen hatte (die Grenze führt genau über die Sulzfluh und Drusenfluh).

Drusenfluh

Während des Aufstieg hat man immer einen tollen Blick auf die Drusenfluh. Links davon ist auch gerade noch das Drusentor zu sehen, zu dem ich ebenfalls schon mal von der Schweiz aus hochgelaufen war. Schön, das alles mal von der anderen Seite zu sehen.

Treppe zur Geißspitze

Der Weg hier hinauf zur Geißspitze ist gut in Schuss. Die Treppe dient aber hauptsächlich dazu, um Erosion zu vermeiden. Durch die vielen Serpentinen ist der Weg nicht extrem steil... aber natürlich trotzdem anstrengend, ging es doch ca. 550 Höhenmeter rauf.

Grasweg mit Drusenfluh

Immer gleiches Motiv, aber immer ein Stück weiter oben. Inzwischen war ich schon 45min am Aufsteigen. Diese Aufstiege auf Grashängen sind immer etwas gemein, da man die ganze Zeit nicht sieht, wie weit der Gipfel noch entfernt ist...

Drusenfluh mit Schnee

Noch eine Detailansicht der Drusenfluh mit noch etwas Herbstschnee (der auch verhindert hat, dass ich an diesem Tag eine höhere Bergtour unternehmen konnte).

Weg über Grashang

Endlich zeichnete sich das Ende des Aufstiegs ab, denn hier ist das Gipfelkreuz links zu erkennen.

Sulzfluh und Drusenfluh

Kurz vor dem Gipfel noch mal der Blick zurück. Hier kann man auch besser das Drusentor zwischen Sulzfluh und Drusenfluh sehen.

Gipfel Geißspitze

Den Gipfel der 2330m hohen Geißspitze erreichte ich gegen 11:00h nach insgesamt 2:15h Weg. Hier begegnete ich dann auch den ersten anderen Wanderern des Tages.

Panorama Geißspitze

Schon ein kurzer Blick auf den bevorstehenden Abstieg von der Geißspitze über den Grat. Puh, ganz so steil hatte ich ihn nicht erwartet. Aber jetzt stand erst mal eine Pause an.

Aussicht Geißspitze

Aussicht nach Norden. Über die Wiesen hier unten verlief mein Hinweg, rechts wieder das Gauer Tal.

Gipfelkreuz Geißspitze

Das Gipfelkreuz der Geißspitze mit Drusenfluh im Hintergrund.

Bergweg Geißspitze

Das erste Stück des Abstiegs war recht steil, man kann sich aber immer mit einer Hand am Felsen bzw. Hang festhalten. Hier wurde es dann kurz etwas flacher, aber der richtige Gratweg folgte noch da vorne.

Geißspitzsteig

Blick zurück nach dem steilsten Abschnitt. Das ausgesetzte kurze Stück hier vorne, kann man links umgehen. Der Weg sieht recht extrem aus, ging für mich aber ganz gut, da es links und rechts nicht sehr weit abfällt. Man merkt aber, dass dieser Geißspitzsteig früher Blau-Weiß markiert war - auch fehlen Sicherungen wie Drahtseile. Konzentration ist also gefragt.

Sulzfluh

Blick vom Grat hinab auf die Lindauer Hütte und Sulzfluh. Auf dem (inoffiziellen) Weg an dem Teich vorbei könnte man die steile Geißspitze umgehen und direkt zur Lindauer Hütte absteigen.

Schwierigkeit Geißspitze

Jetzt hatte ich den kniffligen Teil der Wanderung geschafft. Noch ein mal der Blick zurück auf den Geißspitzsteig.

Sporaalpe

Noch mal eine Erholungspause auf der Wiese mit dem bereits bekannten Blick auf die Drusenfluh und die Sporaalpe unten im einsamen Tal.
Nun perfektes Wetter bei sehr warmen Temperaturen und einem leichten Lüftchen.

Hangweg Kreuzspitze

Den nächsten Gipfel der Kette, die Kreuzspitze, unterquert man am Hang. Hier der Blick zurück zur Geißspitze.

Zaluanda

Nach der Querung konnte ich das erste mal nach Westen schauen. Vorne die Zaluanda Alpe und ganz hinten war nun die schneebedeckte Schesaplana zu sehen.

Wilder Mann

Auch der nächste steile Gipfel des Grats, der Wilde Mann, wurde rechts umgangen.

Geißspitze

Tele zurück zur Geißspitze. Gut zu sehen, dass inzwischen mehr Wanderer auf dem Weg zum Gipfel waren.

Kreuzspitze

Und das ganze ohne Tele.

Hätaberger Joch

Nun folgte ein schöner Abschnitte über diesen Grat zum Kreuzjoch (rechts).

Vertrocknete Blaubeeren

Ein paar vertrocknete Blaubeeren am Wegesrand.

Gratweg Golm

Und nun schon beim 100m Anstieg auf das Kreuzjoch noch mal der Blick zurück. Links die Geißspitze.

Schwierigkeit Kreuzjoch

Fast jeder Gipfel des Golmer Höhenwegs hat eine felsige steile Stelle, bei der man etwas die Hände braucht.

Andrang Golmer Höhenweg

Noch vor dem Kreuzjoch Tele auf den weiteren Verlauf des Golmer Höhenwegs. Während es bis zum Kreuzjoch recht beschaulich war, wurde es zwischen Kreuzjoch und Bergstation Grüneck ziemlich voll. Ich hatte es aber auch an so einem tollen Tag nicht anders erwartet und es war auch nicht durchgehend so viel los, wie hier auf dem Bild.

Aufstieg Kreuzjoch

Kurz vor dem Gipfel des Kreuzjochs. Ich machte etwas unterhalb des Gipfels Pause, weil es oben doch arg voll war.

Aussicht Kreuzjoch

Wahnsinnig toller Blick vom Kreuzjoch Richtung Schesaplana. Das Tal dort unten sieht auch interessant für eine Wanderung aus - gleich mal vermerkt.

Freschluakopf vor Schesaplana

Extremer Grat zum Freschluakopf. Hinten die Schesaplana mal etwas größer.

Wegweiser Kreuzjoch

Windschiefer Wegweiser auf dem Kreuzjoch. Die meisten der Wanderer gingen nicht Richtung Geißspitze weiter, sondern zweigten hier nach hinten ab. Sie waren auf dem 'Golmer Seenweg' unterwegs, einer kleineren Wanderung von der Bergstation Grüneck aus.

Kreuzjoch

Blick zurück zum Kreuzjoch nach dem kurzen Abstieg. Das Kreuzjoch kann man auch links umgehen... aber warum sollte man das.

Golmer Höhenweg

Der weitere Verlauf des Golmer Höhenwegs. Sicher der typischste Abschnitt - schön angelegt zwischen Felsen auf dem nicht ausgesetztem Grat.

Latschätzkopf

Der nächste kleine Gipfel des Grats stand an, der Latschätzkopf.

Gipfelweg Golm

Kurz vor dem Gipfel des Latschätzkopfs. Wirklich schöner Weg, aber doch etwas viel los - besonders weil ich so ziemlich der einzige war, der in der 'falschen' Richtung unterwegs war. ;)

Panorama Latschätzkopf

Kein richtiges Gipfelkreuz auf dem Latschätzkopf... aber trotzdem schöne Aussicht ins Montafon.

Golmer Seenweg

Blick nach Westen zur Zimba. Unten an den kleinen Seen führt der Golmer Seenweg auf dem Rückweg vorbei.

Schwierigkeit Golmer Joch

Und schon beim Aufstieg auf den nächsten Gipfel, das Golmer Joch. Das war dann aber auch der letzte Gipfel des Grats.

Wanderung Golm

Blick zurück auf den Golmer Höhenweg. Links die Geißspitze, mitte/rechts das Kreuzjoch.

Aussicht Golmer Joch

Die Bergstation unterhalb des Golmer Jochs verrät, dass ich mich nun wieder der Zivilisation näherte. Der eigentliche Gipfel des Golmer Jochs ist aber erst da vorne beim Gipfelkreuz.

Außergolmbahn

Die Bergstation der Außergolmbahn von der Seite. Dahinter wieder die Zimba.

Gipfelkreuz Golmer Joch

Den Gipfel des Golmer Jochs erreichte ich um 13:30, also hatte ich ca. 2,5h von der Geißspitze aus gebraucht.

Restaurant Grüneck

Nach gut 200m flachen Abstieg vom Golmer Joch erreichte ich noch vor 14:00 wieder die Bergstation Grüneck. Für die gesamte Runde des Golmer Höhenwegs war ich nun gut 5h unterwegs.
Die Terrasse des Restaurant war zwar gut besucht, aber ich machte dort trotzdem eine Pause, da ich noch den 1000m Abstieg zurück nach Latschau vor hatte. Alternativ könnte man natürlich auch einfach wieder die Bahn nehmen.

Golmis Forschungspfad

Den ersten Teil der Abstiegs nach Matschwitz erledigte ich auf dem Golmi's Forschungspfad. Einen für Kinder angelegten Weg mit vielen Lern- und Spielstationen.
Hier der Blick zurück zur Bergstation Grüneck.

Golm im Herbst

Der Weg führt immer ganz nett durch den Wald parallel zur Gondelbahn, ca. 500m geht es so bergab.

Kapelle im Montafon

Kleine Kapelle und alte Häuser in Matschwitz. Hätte ich in die andere Richtung fotografiert, wären dort die große Mittelstation der Gondelbahn und ein weiteres Restaurant zu sehen... aber so ist es idyllischer.

Golmerbahn

Für den nun folgenden steilen Abstieg nach Latschau hätte ich eigentlich niemals den schattigen Weg direkt unter der Gondelbahn gewählt. Aber das hatte einen bestimmten Grund...

Waldrutschenpark GolmRutsche Golm

... denn auf diesem Weg gibt es sieben lange Rutschen, mit dem man sich den Abstieg erleichtern kann. Die meisten der Rutschen sind ca. 60m lang. Sie sind zwar steil, aber ungefährlich. Leider rutschten manche nicht vernünftig - keine Ahnung warum. Das ganze nennt sich Waldrutschenpark und ist gratis (wenn man von der Bahnfahrt absieht).
Ich war übrigens bei Weitem nicht der einzige Erwachsene, der dort heruntergerutscht ist. ;)

Treppe an Wasserleitung

Ganz am Ende ging es dann noch diese steile Treppe entlang der Wasserleitung hinunter. Bei Nässe sich unangenehm, weshalb dort auch dieses Tau zum Festhalten angebracht ist.

Spazierweg Latschau

Um 16:00 war ich in Latschau am Parkplatz angekommen. Da der Stausee noch so schön in der Sonne leuchtete, machte ich noch zusätzlich den Rundweg um den See.
Wer hier genau hinschaut, kann jemanden an einer Zipline den See überqueren sehen, einer weiteren Attraktion in Golm. Wenn ich bei der richtigen Talstation in Vandans geparkt hätte, hätte ich jetzt auch noch mit der Sommerrodelbahn dort hinunter fahren können - dort war aber eine ziemlich lange Warteschlange.

Herbst im Montafon

Blick von der Staumauer in den herbstlichen Wald. Dahinter irgendwo ist Vandans.

Stausee Latschau

Noch eine kleine Pause bei den letzten Sonnenstrahlen, bevor ich dann endgültig zum Auto zurückkehrte.

Fazit: Der Golmer Höhenweg ist ein toller Weg, aber der Geißspitzsteig ist nur was für erfahrene Wanderer. Wer den Tumult nicht mag, läuft gleich morgens über die Gipfel und steigt dann über die Lindauer Hütte und durch das Gauer Tal ab. Ich fand meine Variante aber auch ganz gut und das Rutschen war ein netter Abschluss.
Reine Wanderstrecke (ohne Bahn und ohne Stauseeumrundung) war 16km mit rund 900m Auf- und 1900m Abstieg. Gebraucht habe ich dafür 7h mit einigen Pausen.

Download GPX Track

Zu schlechtes Wetter um selbst in die Berge zu gehen?

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