Fürstensteig - Garsellikopf 13.10.2018

An diesem Samstag galt es eine große Lücke in meinen Wanderzielen zu schließen: Ich wollte den bekannten Fürstensteig in Liechtenstein machen.
Als Start wählte ich den bereits 1500m hohen Parkplatz in Gaflei oberhalb des Rheintals. Das Parken ist dort gratis, aber es sind nicht sehr viele Plätze verfügbar. Da ich aber bereits um 7:45 dort ankam, war es für mich kein Problem.
Parkplatz Gaflei
Vom Parkplatz in Gaflei muss man noch rund 200m bis zum Einstieg in den Fürstensteig hochsteigen. Hier der Blick zurück zum Parkplatz und der Baustelle des Clinicum Alpinum, einer Privatklinik. Außerdem gibt es dort noch einen Aussichtsturm, der allerdings geschlossen war.
Wanderweg Gaflei
Der Wanderweg von Gaflei hinauf zum Fürstensteig ist einfach und geht nicht sehr steil in zwei Serpentinen den Hang hinauf.
Fürstensteig Steinschlag
Nach eine halben Stunde erreichte ich den Eingang zum Fürstensteig. Das Schild deutet bereits an, dass dieser Weg durch ein ziemlich bröckeliges Gestein angelegt wurde.
Felsenweg
Sobald das Schild passiert wurde, geht es gleich spektakulär los. Der Weg ist meistens knapp 1m breit und wurde in den Fels geschlagen. Auf der linken Seite geht es steil rund 1200 Höhenmeter bis ins Rheintal hinab.
Aussichtspunkt Fürstensteig
Nur an wenigen Stellen ist der Weg so gut abgesichert, wie hier an diesem Aussichtspunkt. Aber es handelt sich insgesamt um einen normalen Bergweg, es sind also keine besonderen Sicherungen notwendig - nur etwas schwindelfrei sollte man natürlich sein.
Gaflei Fürstensteig
Nach den ersten um-wanderten Felsnasen der Blick zurück. Unten kann man meinen Startpunkt Gaflei sehen.
Holzbrücke Fürstensteig
Zwischen den Felsnasen geht es durch kleine Schluchten, in denen sich der Schotter den Weg ins Rheintal sucht. Die Steilheit kommt hier nicht so ganz raus.
Wanderweg durch Fels
Ab und zu gibt es ein rostiges Geländer, aber meist waren an den engeren Stellen Drahtseile an den Fels angebracht.
In Fels geschlagener Weg
Blick zurück auf einen typischen Abschnitt des Wegs, der mir sehr viel Spaß machte.
Fürstensteig gefährlichFürstensteig schwierig
Hier das am stärksten ausgesetzte und schmalste Stück des Fürstensteigs. Alles gut machbar, aber hier musste ich schon mit Bedacht gehen.
Felsenweg Liechtenstein
Der Steig scheint gar kein Ende zu nehmen, immer wieder geht es um neue Felsrippen. Dabei geht es die ganze Zeit sanft bergauf, insgesamt aber nur rund 150 Höhenmeter.
Fürstensteig abgerutscht
Hier kann man erahnen, welchen Wartungsaufwand dieser Weg hat. Mittig vorne kann man freistehend die Reste einer betonierten Treppenstufe sehen. Der Weg drumherum ist komplett weggerutscht und ein Ersatz wurde links in den Fels geschlagen. Lang wird aber auch das nicht halten.
FürstensteigWanderung Fürstensteig
Jeweils der Blick zurück. Auf dem zweiten Bild kann man einen großen Teil des Fürstensteigs erkennen und man bekommt auch einen Eindruck über die Größenverhältnisse. Ein sehr beeindruckender Weg.
Drahtseil Fürstensteig
Gegen Ende des Steigs ändert sich der Verlauf etwas, denn dann geht es den Fels hinauf. Hier auf einem gut gesicherten Grat.
HolzwegSerpentinen Fürstensteig
Und dann geht es in einer Serpentine weiter rauf. Man beachte beim ersten Bild, wie Teile der Holzbrücke von herabfallenden Felsen weggeschlagen wurden. Also bei Regen würde ich dort nicht gehen.
Gafleisattel
Dann schließlich erreichte ich den Gafleisattel am Ende des Fürstensteigs. Für den Steig hatte ich 45min gebraucht: Ich habe mir aber auch viel Zeit gelassen, denn er war das Hauptziel meiner Wanderung.
Wanderweg Fürstensteig Kuegrat
Hier kann man nun den weiteren Verlauf des Wegs vom Fürstensteig zum Kuegrat sehen. Ich hatte vor, so weit ich Lust hätte, diesen Weg weiterzugehen. Bis zum Gafleisattel musste ich aber auf jeden Fall den selben Weg wieder zurück, da es im weiteren Verlauf nur einen Wanderweg gibt.
Alternativ könnte man auch den Grat über die Drei Schwestern auslaufen und mit dem Bus zurück.
Rotes Herbstlaub
Ich genoss nach dem schattigen Fürstensteig erst einmal die Sonnenstrahlen und die Herbstfarben.
Kleine Alp
Miniaturaufnahme der kleinen Alp Garsälli unterhalb des Grats.
Wanderweg durch Latschenkiefer
Der Weg war nun sehr einfach und ging entlang des mit Latschenkiefern bewachsenen Hangs. Da es zu dem noch windstill war, heizte die Sonne ordentlich ein und der Schweiß tropfte - obwohl es nur sanft bergauf ging.
Panorama Gafleispitz
Der eigentliche Wanderweg führt an der Gafleispitz nur vorbei. Da ich kein konkretes Ziel mehr hatte, gönnte ich mir den kleinen nicht bezeichneten Abstecher auf diesen Gipfel und legte meine erste längere Pause ein. Immer noch sehr steil geht es auf der Westseite des Grats runter ins Rheintal. Rechts ist der Alpstein und links die Alviergruppe zu sehen.
Alpspitz
Blick während der Pause zurück zum Gafleisattel (Bildmitte). Rechts durch den Fels führte der Fürstensteig. Beim Rückweg werde ich vom Gafleisattel nach links hochsteigen und die Alpspitz hinter dem Gafleisattel mitnehmen.
Wanderweg Kuegrat
Nach der Gafleispitz geht der Weg ein kurzes Stück auf der steileren Westseite des Grats. Der Temperaturunterschied zwischen schattigem West- und sonnigem Osthang war sehr extrem.
Gratweg Liechtenstein
Nach der Westseite geht es kurz direkt auf dem Grat, aber der Weg ist breit genug. Hier der Blick zurück.
Garsellitörm
Der höchste Gipfel des Grats ist der 2122m hohe Kuegrat. Bevor ich diesen erreichte, konnte ich schon kurz den weiteren Verlauf des Grats einsehen, der nachfolgend deutlich felsiger wird. Links der Garsellikopf und rechts davon der Garsellitörm.
Aussichtsbank Kuegrat
Kurz unterhalb des Gipfels des Kuegrats steht überraschend diese spektakuläre Aussichtsbank.
Aussicht Kuegrat
Den Gipfel des Kuegrats erreichte ich um 10:00, und war damit erst gut 2h unterwegs. Da der weitere Weg auf den Garsellikopf (rechts) sehr interessant aussah, beschloss ich noch dort hin zu laufen - auch wenn ich dafür knapp 100m runter und wieder hoch musste.
Garsellikopf
Tele zum Garsellikopf. Der Weg führt dort erst rechts am Fels vorbei und dann über steile Treppen hinauf.
BergwegWeg durch Felsscharte
Nach dem Abstieg vom Kuegrat geht der Weg sehr schön über den Grat. Was hier so gefährlich aussieht, war es aber eigentlich nicht.
Blick durch die Felsen hindurch ins Rheintal. Hinten das Ostende des Bodensees mit ein paar wenigen Nebelresten.
Drahtseil GarsellikopfGarsellikopf gefährlich
Der eigentliche Aufstieg auf den Garsellikopf hat es dann aber doch in sich. Er ist deutlich schwieriger als der eigentliche Fürstensteig und man braucht auf jeden Fall die Hände. Die meiste Zeit hat man aber ein Drahtseil, an dem man sich festhalten kann.
Grat Garsellikopf
Das letzte Stück geht es dann recht ausgesetzt auf dem Grat zum Gipfel des Garsellikopf. Auch hier gibt es ein Drahtseil... dessen betonierter Sockel aber nicht mehr sehr vertrauenswürdig aussah.
Panorama Garsellikopf
Um 10:30 war ich dann auf dem schmalen Gipfel des Garsellikopf angelangt. Hier der Blick den weiteren Grat entlang zu den Drei Schwestern. Hier beschloss ich nun Schluss zu machen und umzudrehen.
Kuegrat
Tele zurück zum Kuegrat.
Wanderung Garsellikopf
Da ich bis zum Gafleisattel den selben Weg zurück nahm, wird sich nun viel wiederholen. Zuerst wieder über den Grat des Garsellikopf zurück.
Schwierig GarsellikopfTreppen Fels
Und dann steil durch den Fels hinunter. Jetzt kamen mir einige entgegen, so dass ich häufiger warten musste, bis die schmalen Weg-Abschnitte frei waren.
Gipfelkreuz Kuegrat
Und nach dem anstrengenden Anstieg nun wieder auf dem Kuegrat.
Schaan Buchs
Tiefblick ins Rheintal. Vorne Schaan in Liechtenstein und hinten Buchs in der Schweiz. Das Rheintal ist inzwischen so vollgebaut, dass die vielen Orte dort mehr und mehr zusammenwachsen.
PanoramawegWanderung LiechtensteinGafleispitz
Und vom Kuegrat hinunter zur Gafleispitz. Diesmal habe ich mir aber den Abstecher gespart.
Wanderweg GafleisattelLärche in Bergen
Da der Weg zum Gafleisattel nun leicht bergab ging, war ich dort sehr zügig unterwegs. Es kamen mir immer mehr Wanderer entgegen - je später, desto unprofessioneller waren sie ausgerüstet: es scheinen doch viele den Fürstensteig in Turnschuhen zu machen.
Weg durch MurengängeWanderweg Chemi
Nach dem Gafleisattel ging ich nach links, die sogenannte leichte Umgehung des Fürstensteigs. Ich fand sie gar nicht so leicht, geht sie doch zu Beginn durch sehr loses Gestein und Murengänge, wo der Weg schon mehrfach weggerutscht war. Richtig gefährlich war es zwar nicht, aber der Anstieg ist sehr steil und rutschig. Die Wegsicherungsmaßnahmen wirkten dort etwas verzweifelt.
Felsenweg Chemi
Erst oberhalb des Schotters im festen Fels wird der Weg breit und gut ausgebaut. Den Grat überschreitet man über den kleinen Pass Chemi.
Landschaft Liechtenstein
Angekommen auf dem Grat öffnet sich der Blick nach Norden. Links befindet sich Steg und das Valünatal. Dahinter kann man den Naafkopf und Falknis sehen.
Alpspitz
Vom Chemi geht der Hauptweg den Hang entlang an der Alpspitz vorbei. Es führt aber auch ein guter Weg über den Gipfel. Da es nur 60 Höhenmeter mehr sind, gibt es keinen Grund diesen Berg auszulassen.
Hier ist die Alpspitz links zu sehen, rechts der Weg vom Kuegrat zum Gafleisattel.
Alviergruppe
Tele während des Aufstieg hinüber zur Alviergruppe. Von links nach rechts: Gauschla, Alvier, Chrummenstein und Fulfirst.
Panorama Alpspitz
Auf dem Gipfel der Alpspitz war ich um 12:20 angekommen. Dort oben war es überraschend voll, weshalb ich nur eine kurze Pause machte. Hier der Blick nach Norden, rechts der Kuegrat.
Abgrund Alpspitz
Der steile Blick von der Alpspitz hinab ins Rheintal. Irgendwo da unten führt der Fürstensteig an der Alpspitz vorbei.
Wanderung Alpspitz
Von der Alpspitz geht es sehr schön über Wiesen hinab zum Bargällasattel - hier links zu sehen. Das Wetter war in diesem Tag einfach perfekt zum Wandern.
Mittelpunkt von Liechtenstein
Ankunft am Bargällasattel noch vor 13:00. Dort in der Nähe befindet sich der Mittelpunkt von Liechtenstein und man kann sich mit diesem Schild fotografieren. Mir ist nicht ganz klar, was daran so besonders ist. ;)
Vom Bargällasattel hätte ich in einer halben Stunde zum Parkplatz in Gaflei absteigen können. Da es aber noch früh war und das Wetter so schön, beschloss ich noch einen Extraumweg einzubauen.
Schönberg
Man kann nämlich den Grat auch nach Norden weiter laufen. Den ersten Gipfel des Grats umgeht der Wanderweg allerdings auf der Ostseite.
Weg aus dem SchattenWanderweg auf Grasgrat
Aber schon bald erreichte ich wieder den Grat. Durch die geringere Höhe geht es aber meist durch Wald - flach ist es aber trotzdem nicht, sowohl links als auch rechts.
Plattaspitz
Der Weg führt über die 1700m hohe Plattaspitz. Der Gipfel ist ziemlich ausgesetzt und man muss ein wenig durch den Fels hinaufklettern.
Wanderweg Plattaspitz
Auch danach fand ich den Weg nicht ganz ohne. Hier direkt auf dem schmalen Grat. Die Bewaldung sorgte aber für genügend Beruhigung.
Steg
Herbstlicher Blick hinab nach Steg.
Nach dem Abstieg von der Plattaspitz beendete ich meinen Umweg und ging nach rechts vom Grat hinunter und wieder Richtung Norden zurück nach Gaflei.
Spazierweg LiechtensteinSilum
Nun war es mit den steilen Bergwegen vorbei und es ging auf breitem Spazierweg den Hang entlang zurück nach Gaflei. Zuerst hinab zu den Häusern von Silum.
Hochlandrind Liechtenstein
Ungewöhnliche aber gutmütige Rinder versperrten mir den Weg bei Silum.
Berggasthaus Silum
Idyllisch und harmlos ging es auch nach Silum weiter. Hier der Blick zurück.
Panoramaweg LiechtensteinWeg durch Waldhang
Immer flach geht es weiter den Hang entlang bis Gaflei - sehr angenehm so am Schluss der Wanderung.
Clinicum Alpinum
Um kurz nach 14:00 Uhr erreichte ich mein Auto in Gaflei und beendete damit meine Wanderung in Liechtenstein.
Fazit: Der Fürstensteig und die Besteigung des Garsellikopfs haben mir sehr gut gefallen. Genau die richtige Mischung aus Nervenkitzel und guter Absicherung. Etwas schade ist, dass man keine richtige Rundtour machen kann. Aber Abwechslung habe ich mir mit meiner Erweiterung der Wanderung zur Alpspitz und Plattaspitz genug geschaffen. Andersherum wäre die Tour auch nicht schlecht gewesen, da ich dann das Highlight Fürstensteig am Ende gehabt hätte.
Wenn man nur den Fürstensteig machen will, dann würde ich das am Nachmittag oder Abend empfehlen. Dann dürfte wieder Platz auf dem Parkplatz sein und man hat (im Gegensatz zu mir) Sonne während der Wanderung durch den Fels.
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