
Bivio - Fallerfurgga 12.09.2026

An diesem Septembersamstag wollte ich eine Wanderung in den Bergen südlich von Savognin unternehmen. Dafür fuhr ich mit meinem Auto den Julierpass hinauf und stellte es auf dem großen Gratis-Parkplatz des Skilifts in Bivio um 8:45 ab.
Von Bivio aus ging es gleich den westlichen Hang hinauf, dem Wegweiser Stallerberg folgend. Nur zu Beginn auf einem breiteren Alpweg.
Hier hatte ich dann den Fahrweg schon verlassen und es ging schön über Wiesen weiter hinauf. Der Blick nach Osten zeigt die Julierpassstraße.
Nach einer Stunde Aufstieg machte ich auf einem kleinen Absatz mit Aussicht eine erste Trinkpause. Unten im Tal ist mein Startpunkt Bivio zu sehen.
Anschließend wurde der Weg zu Glück weniger anstrengend und der 2900m hohe Piz Neir im Rücken wurde langsam kleiner.
Vorbei ging es auch an einem kleinen Hochmoor mit einem See, wieder der Blick zurück.
Den Rest des Wegs zum Stallerberg ging es nun an diesem Bach mit kleinen Wasserfällen entlang.
Nachdem eine weitere Hochebene überquert war, ging es auf einer Brücke über das Wasser.
Wer genau hinschaut, kann auf diesem Bild ein Murmeltier am Felsen entdecken. Leider waren die zahlreichen Murmeltiere hier ziemlich scheu, also war keine Nahaufnahme möglich.
Vorbei ging es hier an einer mit Moos bewachsenen Fläche.
Der Weg hinauf zum Stallerberg ist etwas gemein, weil man auf Grund von Biegungen nie sieht, wie weit es eigentlich noch ist. Aber hier war der Pass nun das erste mal wirklich zu sehen.
Auf dem knapp 2600m hohen Pass Stallerberg kam ich gegen 11:00 an. Für die 800m Aufstieg von Bivio hatte ich gut 2 Stunden und 15 Minuten gebraucht.
Bis zum Stallerberg war ich auch auf meiner Wanderung zum Septimerpass gelaufen, damals bin ich aber hier dann nach Süden abgebogen, diesmal ging es für mich nach Norden weiter.
Auf dem Stallerberg gibt es auch einen kleinen Teich, hier der Blick Richtung Westen nach Juf.
Ich musste nun den Hang weiter hinaufsteigen.
Nach dem Aufstieg vom Stallerberg erreichte ich schnell diesen Talkessel unterhalb der Mazzaspitz. Noch versteckt befinden sich in diesem Kessel die fünf Flüeseen.
Dieser war allerdings noch keiner der Seen, sondern nur ein kleiner Teich am Wegrand.
Nach einem kleinen Abstecher vom Weg umrundete ich hier einen der kleineren Flüeseen. Es war allerdings nicht der See, wo ich eigentlich hinwollte, den entdeckte ich erst später von oben gesehen. Aber schöne Reflexionen gab es trotzdem.
Dann ging ich den Wanderweg weiter zu den zwei schönsten Flüeseen. Auf einem Felsen oberhalb machte ich nun meine erste längere Pause und genoss das Panorama über die einsamen Gipfel bei Avers.
Nach dem geruhsamen Weg und der Pause folgte nun für mich der steile 150m Aufstieg zur Fallerfurgga.
Jeweils der Blick zurück zum schon bekannten See.
Der Weg hinauf war auf Grund der Höhe und den Höhenmetern, die ich schon in den Beinen hatte, ziemlich anstrengend, so dass ich nur langsam voran kam.
Nachdem ich das meiste vom Aufstieg geschafft hatte gönnte ich mir deshalb eine weitere Pause mit Blick auf den nun auftauchenden Piz Bernina.
Und hier tauchte dann auch der etwas abseits liegende Obere Flüesee unterhalb der 3160m hohen Mazzaspitz auf. Dort kam ich allerdings nicht vorbei.
Noch einmal der schöne Blick in das Ende des Avers Tals.

Nun musste ich noch einen etwas unangenehmen (da brüchigen) Hang queren um zur 2840m hohen Fallerfurgga zu kommen.
Die Fallerfurgga erreichte ich um 12:40 nach 4h Aufstieg und 1000 Höhenmetern. Der Pass ist aber nur ein einziges Geröllfeld und bietet keine besondere Aussicht, so ging ich hier ohne weitere Pause direkt weiter nach Norden um meinen Abstieg nach Mulegns zu beginnen.
Zu Beginn ging es noch nicht steil über das Schotterfeld hinab. Geologen hätten hier vermutlich Spaß an den vielen verschiedenfarbigen Gesteinsarten.
Dann wurde der Hang aber immer steiler die Felsbrocken größer und der Weg kaum zu finden. Ich fand selbst den Abstieg anstrengend und wenn man die Runde andersherum macht ist das sicher kein Spaß.

Ich war auf jeden Fall froh als ich nach 250m Abstieg an diesem Bach ankam und es wieder ein normaler Weg war. Hier jeweils der Blick zurück zum Fallerfurgga, der Pass links.
Zur Erholung fotografierte ich das erste Blümchen, eine Alpenmargerite.
Links vom Weg passierte ich nun das Tälihorn mit seinen imposanten Felshängen. Wie massiv das ganze ist lässt sich auf dem Foto nur einschätzen, wenn man ganz unten im Bild die Kuhherde als Maßstab nimmt.

Sehr schön ging der Weg nun das Val Bercla hinab, allerdings zog es sich auch ziemlich und ich wurde langsam müde.
Nach 1,5h vom Fallerfurgga erreicht ich das Ende dieses Seitentals auf einer Steilstufe und es folgte nun der Abstieg in das Val da Faller.

Der Weg hinunter zum kleinen Ort Tga und der flachen Wiese Faller war der schönste Abschnitt der ganzen Wanderung, denn er führte durch einen lichten Lärchenwald mit Blaubeersträuchern und vielen Pilzen hinab.
Kurz vorm Talgrund gab es dann diesen schönen Blick das Val Gronda hinauf über Faller hinweg.
Ich kam kurz vor 15:00 in Tga mit der kleinen Kapelle an. Was aber nicht ganz stimmt, denn der neu angelegte Wanderweg führt gar nicht mehr in den Ort, sondern bleibt auf der anderen Flussseite. Er vermeidet damit die Fahrstraße, die hier hinauf führt.
Der neue Weg ging zwar durch einen schön urigen Wald, allerdings hatte er auch zusätzliche Aufstiege, auf die ich nicht mehr so richtig Lust hatte.
Hier kam ich dann wieder an die Fahrstraße. Auch dort hätte ich sie auf der anderen Talseite auf dem Wanderweg umgehen können, ich entschied mich aber einfach die Straße weiterzulaufen um meine Beine zu entlasten.
Viel gab es dann beim Abstieg nicht mehr zu sehen, bis auf diese gesperrte Brücke zu einem geheimnisvollen Tunnel und diese etwas gruselige Skulptur.
Zum Schluss ging es dann noch auf diesem alten Weg die letzten Meter nach Mulegns.
Mulegns erreichte ich um 16:15. Neben dem Hotel Löwe gibt es in dem kleinen Ort noch den Weißen Turm, ein mit einem 3D-Drucker gedrucktes Bauwerk.
Der Postbus, der mich zurück nach Bivio bringen sollte, fuhr jede Stunde. Obwohl ich den Fahrplan kannte, war ich natürlich eine halbe Stunde zu früh dort und ruhte mich in der ebenfalls gedruckten Bushaltestelle aus. Die Höhenmeter auf den Turm hätte ich auch noch geschafft, aber er war nicht offen und ist nur mit Führung begehbar.
Blick von der Brücke in Mulegns das Tal hinauf, das ich hinuntergewandert war.
Aussicht aus dem Bus hinaus auf den Marmorera Stausee.
Eigentlich wäre es natürlich besser gewesen, in Mulegns zu parken und am Morgen den Bus zu nehmen, da ich die Strecke zwischen Mulegns und Bivio so dreimal fahren durfte. Aber ich hatte in Mulegns keinen Parkplatz gesehen - und bei Bivio kannte ich die Parkmöglichkeit. Fazit: Eine lange und anstrengende Wanderung über die Fallerfurgga. Gefährliche Stellen gab es praktisch keine und die Flüeseen liegen beeindruckend hoch und einsam. Insgesamt fand ich aber meine Wanderung von Bivio zum Septimerpass schöner, da man dort mehr Panoramen hat und nicht durch so lange Täler laufen muss.
Zu schlechtes Wetter um selbst in die Berge zu gehen?

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