
Dischmatal - Jatzhorn 11.10.2026

Für diesen Sonntag im Oktober, für den die Vorhersage für Graubünden recht stabiles Wetter angekündigt hatte, entschied ich mich für eine Wanderung über den Grat des Jakobshorns in Davos. Nach längerem Kartenstudium suchte ich mir das Dischmatal östlich des Grats als Startpunkt.
Nach der Anfahrt über die einspurige Straße stellte ich mein Auto auf einem kleinen Parkplatz hinter dem Gasthaus Teufi ab. Um 8:20 war es leicht frostig aber die von der Sonne angeleuchteten Berggipfel versprachen weiter oben etwas mehr Wärme.
Hier der Blick das Tal hinauf, wo es unter anderem zur Grialetschhütte geht.
Zunächst kam die Wärme aber ausschließlich durch den steilen Aufstieg auf einer Alpstraße zu Stande. Die war nicht so angenehm zu laufen, denn durch die Steilheit musste ich sogar zum Teil Serpentinen gehen.
Ab der Baumgrenze wurde der Weg dann etwas flacher, der Nebel oberhalb allerdings dafür dichter.
Nach 400m Aufstieg erreichte ich die Alp Rüedischtälli auf 2160m Höhe und es ging auf richtigem Wanderweg weiter. Zudem wurde der Weg auch flacher und damit schöner zu laufen. Zeit für eine kurze Trinkpause.
Auf gefrorenem Boden ging es über Wiesen mit vielen Felsen weiter hinauf. Langsam ahnte ich, dass ich bald den Nebel verlassen würde.
Und wie es so häufig bei Nebel ist, ging es dann ganz schnell: ich durchbrach die Nebelgrenze und die Sonne begrüßte mich. Rückblickend konnte ich hier sogar einen Nebelbogen aufnehmen. Meine etwas trübe Stimmung wurde jetzt gleich besser.
Ohne Nebel konnte ich jetzt auch besser sehen, wie es so durch das flache Rüedisch Tälli weitergehen sollte. Der Schnee auf den Gipfeln bereitete mir keine großen Sorgen, denn es war schon hier klar, dass sie nur leicht angezuckert waren.
Nach dem flachen Abschnitt wurde der Weg dann wieder anstrengender, aber weiterhin einfach. Nur bei diesem Steinfeld gab es keinen sichtbaren Pfad und ich musste nach den Wegzeichen Ausschau halten.
Hier habe ich etwas ungewöhnliche Pusteblumen am Wegrand entdeckt.
Und es ging vorbei an einem gefrorenen Teich, die Schneegrenze hatte ich nun auch erreicht.
Beim letzten Aufstieg zum Grat der Blick zurück.
Den Grat erreichte ich bei der Tällifurgga auf 2570m Höhe. Für eine Pause war hier zu viel Schnee auf dem Gras, ich beschloss stattdessen gleich Richtung Norden den nächsten Hügel anzugehen und dort meine Beine auszuruhen.
Bis hier hatte ich knapp 2,5 Stunden gebraucht und war schon ordentliche 850m aufgestiegen.
Auf dem 2600m hohen ersten Buckel des Grats fand ich einen trockenen Platz und genoss den Blick Über das ebenfalls neblige Sertigtal hinweg zum 3000m hohen Älplihorn.
Hier begegnete ich auch dem ersten anderen Menschen des Tages, einer Bergläuferin, die mir über den Grat vom Jakobshorn entgegen kam, dessen Bergstation hier schon ganz klein zu erkennen ist. Der weitere Weg war hier also absehbar, nur leider zogen hohe Schleierwolken vor die Sonne und ich zog dann doch besser die Jacke über.
Nach der Pause ging es einfach über den breiten Grat weiter. Das nächste Hindernis darauf war der hier sichtbare Witihüreli und ich sorgte mich etwas, wie da wohl der Weg rüber gehen soll.
Zuerst ging es aber etwas bergab und die felsige Landschaft mit den Nebelschwaden erzeugten ein mystisches Bild.
Auch näher an dem Witihüreli konnte ich noch nicht entdecken, wo der Weg da gehen würde.
Blick vom Grat über das Rüedisch Tälli hinweg, wo sich nun der Nebel auflöste. Ganz hinten ist das Schwarzhorn zu sehen, das ich mal vom Flüelapass bestiegen hatte.
Blick über den Grat zurück. Über die flachen Wiesen rechts oberhalb des Sertigtals führt ebenfalls ein Wanderweg, falls man den Gratweg umgehen will.
Und für mich überraschend ging der Weg einfach nördlich am steilen Gipfel vorbei. Da das Tal rechts daneben aber tief ist, ist dies der ausgesetzteste Abschnitt des Wegs.
Auf der Rückseite kam der Weg dann wieder auf den Grat und ein kleiner aufgemalter Steinbock begrüßte mich. Sonst gab es an diesem Tag keine Wildtiere zu sehen.
So schön ging es dann auf dem Grat weiter, hier wieder der Blick zurück. Der Nebel stieg allerdings immer höher und der Sonnenschein war nur milchig.
Dann erreichte ich den 2600m hohen Rossboden, ein weiterer Grasbuckel an dem der Weg eigentlich nur vorbeiführt. Der zusätzliche Aufstieg hatte sich aber gelohnt, denn dort gab es einen schönen Blick nach Süden mit vielen fotogenen Nebelschwaden. Ich machte erst mal eine weitere Pause, denn ich hatte es nicht eilig.
Und so schön ging der Weg weiter. Wie man sieht war der Weg meist schneefrei, aber auf manchem Felsen gab es gefrorenes Wasser, da musste ich etwas aufpassen nicht direkt draufzutreten.
Langsam erreichte ich die Ausläufer des Jakobshorn Skigebiets, das sich hier in Form eines Stausees für die zahlreichen Schneekanonen bemerkbar machte.
Der Grat wurde nun etwas felsiger und steiler, aber das sieht hier nur wegen des Nebels und Schnees dramatisch aus. Inzwischen kamen mir ein paar mehr Wanderer entgegen.
Dann begann mein letzter richtige Aufstieg hinauf auf das Jatzhorn.
Beim Aufstieg ein Blick zurück auf das Wolkenschauspiel.
Und zwei weitere Fotos vom Weg auf das Jatzhorn. Man kann deutlich den Schneeunterschied zwischen Süd- und Nordhängen erkennen.
Zu Abwechslung mal der Blick nach Nordost. Hier unten führt das Dischmatal entlang.
Kurz vor dem Gipfel wurde es dann flacher und es ging so weiter über den Grat. Jeweils der Blick zurück.
Den Gipfel des 2680m hohen Jatzhorns erreichte ich genau um 12:00, nach 3 Stunden und 45 Minuten. Den Wegweiser von 2h in die Gegenrichtung halte ich trotz Abstieg für etwas optimistisch und für mich demütigend.
Blick vom Gipfel zum Jakobshorn, weit entfernt war es nun nicht mehr.
Und der Blick den Grat entlang, den ich gekommen war.
Trotz des kalten Winds machte ich meine Mittagspause im Gras. Lange hielt ich mich aber nicht auf dem Gipfel auf.
Weiterhin nicht schwierig ging es vom Jatzhorn hinab. Die altmodische Bergstation der Jakobshorn Seilbahn war trotz der vielen Wolken immer im Blick.
Blick zurück zum Jatzhorn.
Kurz wurde der Grat noch mal breiter und ich befand mich genau über der Bergstation der Jatz Quattro Sesselbahn, die nur im Winter im Betrieb ist.
Nach einem steilen Abstieg durch ein paar Felsen zur Skipiste war ich nun bereits beim kleinen Aufstieg auf das Jakobshorn.
Hier der Blick zurück zum gefährlich aussehenden Jatzhorn.
Ich stieg dann sogar noch auf den wirklichen Gipfel des Jakobshorns, obwohl der Wanderweg daran vorbei führt. Ich musste etwas warten, bis endlich die Gondel losfuhr, also würdigt, dass sie zu sehen ist. ;)
Im Hintergrund im Tal ist nun Davos zu sehen.
Noch war der Grat aber noch nicht zu Ende und das nächste Ziel war hier zu sehen: der Brämabüel und die Bergstation des Bräma Jets.
Nicht schwierig ging der Weg durch die Felsen und ich erreichte die Wiesen oberhalb der Bergstation. Im Tal tauchte nun der Davoser See auf.
Blick zurück zum Jakobshorn. Rein zufällig wieder mit Gondel.
Vom Brämabüel ging es dann kurz auf der Skipiste recht steil diese Wiese runter. Nun war Davos in seiner ganzen 'Schönheit' zu sehen. Die Schneekanonen waren bereits unter Strom und surrten vor sich hin.
Vom Hauptweg bog ich dann nach rechts ins Dischmatal Richtung Teufi ab. Sehr schön ging es zunächst am Hang entlang, da der Weg auch nicht steil war, war der Abstieg sehr angenehm. Das Wetter leider immer noch trüb.
Der Wanderweg hinab ins Dischmatal gefiel mir sehr gut, ich hatte eher erwartet, dass es ein steiler anstrengender Abstieg sein würde, aber er war wunderbar angelegt und auch total einsam. Wer nur mal vom Jakobshorn herunterwandern will, dem würde ich klar diesen Weg empfehlen.
Oh wie schön, die Sonne schien richtig... aber leider nur kurz.
Unten im Tal war bereits Teufi und mein Parkplatz zu sehen. Noch hatte ich aber 500m Abstieg vor mir.
Dann erreichte ich die Waldgrenze, aber nur vereinzelt zeigten sich die Bäume bereits in Herbstfarben. Auch die Lärchen waren noch zu grün.
Dann erreichte ich die malerisch gelegene Alp Stillberg, die auf 2000m mitten in einem Lärchenwald liegt. Sie wird über eine Transportseilbahn versorgt, so dass der Weg hier auf keiner Fahrstraße weitergehen musste.
Schon oben fand ich den Abstieg schön, aber nun wurde er richtig kitschig, als es durch diesen Lärchenwald ging.
Am Schluss wurde der Weg im Wald etwas steiler, aber hier kam ich im Tal an dem beliebten Restaurant Teufi an. Dort gibt es auch eine Bushaltestelle und es waren einige Spaziergänger im Dischmatal unterwegs.
Da ich oberhalb von Teufi geparkt hatte, musste ich den Spazierweg noch ein paar Meter das Tal hinauflaufen, um hier dann den Bach zu überqueren. Kurz nach drei Uhr erreichte ich mein Auto und beendete meine Wanderung. Fazit: Bis auf den Aufstieg zu Beginn eine uneingeschränkt empfehlenswerte 16km Wanderung. In der Hauptsaison kann es natürlich sein, dass auf dem einfach zu erreichenden Grat mehr los ist, aber es lohnt sich trotzdem. Den Abstieg ins Dischmatal fand ich ebenfalls wunderbar. Ich hätte mir den ganzen Tag etwas weniger Schleierwolken und damit mehr Farben und Wärme gewünscht. Aber dafür gab es schöne Nebeleindrücke.
Zu schlechtes Wetter um selbst in die Berge zu gehen?

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