Titlis - 02.03.2014

Schon länger auf meiner Liste von Todos steht der Titlis als Ziel. Dafür mussten ein paar Kriterien erfüllt sein: In der Zentralschweiz besseres Wetter als in der Ostschweiz/Vorarlberg, Sonntag (da ich an Zürich vorbei muss) und natürlich genug Schnee.
An diesem Sonntag schien alles zu passen, also um 6:00 Uhr los nach Engelberg (1000m). Die Anfahrt ist (abgesehen von den vielen Blitzern) problemlos: 10min Ort, 1:30h Autobahn, 20min Landstraße. Ankunft also um 8:00 auf dem schon überraschend gut besuchten Parkplatz (erste Bahn sollte erst um 8:30 fahren). Nach dem Kauf der Tageskarte (62CHF) und der Parkgebühren (5CHF) habe ich mich in die Menschentraube vor den Drehkreuzen eingereiht... mhh auffallend viele mit extrabreiten Ski...
Zum Glück öffneten sie schon etwas früher, so dass ich gegen 8:30 in einer der Sechser-Gondeln Platz nahm. Zuerst führt die Bahn entlang einer Standseilbahn (außer Betrieb) steil durch den Wald hinauf. Nach einer Mittelstation (Gerschnialp) führt die Bahn leicht hinab über ein Hochtal, um danach wieder steil nach oben zur Bergstation (Trübsee) zu fahren. Dort Umstieg in ein Fahrstuhl und weiter in einer PB. Während der gesamten Fahrt dichter Nebel und leichter Schneefall. Die Strecke führt nun durch waldfreies Gelände bis auf 2400m (Stand).
Dort Umstieg in die Gondel Rotair, für die der Titlis bekannt ist: eine runde Seilbahn mit rotierendem Boden (eine Umdrehung pro Fahrt), so dass man Aussicht in jede Richtung hat (wenn kein Nebel ist). Zur großen Erleichterung erreichte man bei 2700m aber die Nebelobergrenze. Die Bergstation befindet sich auf 3000m, dort muss man aber nochmals mit einem Fahrstuhl vier Stockwerke hinauf, um endgültig auf dem Berg zu stehen.
Insgesamt hat die Auffahrt damit 40min gedauert.

Wow, was für ein Blick auf die anderen hohen Gipfel der Schweiz.

Fußmarsch bis zur eigentlich Piste. Wenn man gerade von 400m auf 3000m hochgefahren ist, muss man schon etwas pusten.

Nach einer kleinen Testabfahrt zur 6KSB Ice Flyer bin ich gleich weiter zu einer der Hauptattraktionen des Titlis: einer Hängebrücke entlang (nicht über) eines tiefen Abgrunds.

Blick nach Südwest: Rechts das Schreckhorn (4000m), daneben der hohe Berg ist das Finsteraarhorn (4200m) und gaaaanz hinten im Dunst der Dom (4500m, zweithöchster Berg der Schweiz).

Und nach Osten zum Oberalpstock (3300m).

Brücke von der Bergstation der Ice Flyers aus.

Topmoderne Werbung an der Stationswand.

Bergstation des Ice Flyers, die etwas ungünstig steht, da man von dort steigen muss, um die Piste zu erreichen.

Blick zurück zur Rotair.

Neben dem Ice Flyers gibt es auf dem Gipfel nur noch diesen SL, dessen Talstation ziemlich genau an der Nebelobergrenze lag.

Pisten dort dank der Höhe und 20cm Neuschnee ein Traum.

Mit der Hoffnung, dass sich der Nebel wie vorhergesagt rasch auflösen würde, bin ich erst mal nur ausschließlich mit diesen beiden Bahnen gefahren. Hier die Talstation des Ice Flyers, die für eine 6KSB ein extrem niedrigen Durchsatz hat.

Und wieder beim SL.

Neben der Piste war trotz vieler Warnschilder auch einiges los.

Das letzte Stück des Ice Flyers bietet einen tollen Blick in die Tiefe.

Auf dem Weg zur (frühen) Mittagspause in der Bergstation, kleiner Abstecher zur Aussichtsplattform oberhalb der Hängebrücke.

Hab mir dann den Luxus des Bedienungsbereichs im Restaurant gegönnt, da es dort die beste Aussicht hat. Und so übertrieben teuer war es auch nicht, ungefähr gleich wie Flumserberg (Prodalp) und Toggenburg (Chäserrugg). Bedienung war auf jeden Fall superfreundlich.

Kleiner Rundgang durch die Kitschabteilungen der Bergstation. Und nein: ich habe mir kein Foto gekauft. 😉

Nach der Pause wieder zum SL, leider nun sehr voll. Verständlich bei dem Wetter im Rest des Skigebiets.

Mir war es aber zuviel Warterei für eine einminütige Abfahrt, Deshalb habe ich die Route hinab zum Rest des Skigebiets genommen. Diese Route ist abgesehen von der Seilbahn die einzige Abfahrt. Sie hatte sehr schöne Pulverschneebuckel. Man sollte sich aber an den Pistenstangen orientieren, da etwas abseits doch ein paar Felsen lauerten.

So sah es dann (nach einer ziemlich nebeligen Abfahrt) weiter unten im Trübsee-Hopper aus, der zwei Skigebietsteile verbindet. Wenn man nicht die Talabfahrt nimmt, muss man ihn in beiden Richtungen fahren.

Nach einem kurzen Abstecher zum Jochpass und Jochstock habe ich dann die Talabfahrt genommen, um die bessere Sicht im Wald zu nutzen. Die Abfahrt führt sehr schön durch den Wald und der Schnee war (wie man sieht) gut. Leider gibt es aber einige Schiebestücke.

Letztes Stück vor der Talstation und dem inzwischen vollem Parkplatz.

Nach einer guten Stunde Auffahrt wieder in der Sonne. 😃 Nebel leider immer noch gleich hoch und gleich dicht.

Entsprechend auch weiterhin voll am SL.

Deshalb schnell wieder auf die spaßige Route, bin ich gleich zweimal hintereinander gefahren, da man an der PB kaum anstehen musste.

Anschließend sankt die Nebelobergrenze zum Glück ein paar hundert Meter ab, so dass die Pisten an der 4KSB Laubersgrat fahrbar wurden. Das habe ich natürlich gleich ausgenutzt.

Stand an der Nebelobergrenze.

Weiter unten aber immer noch Nebel, hier auf der Abfahrt nach Trübsee.

Deshalb möglichst schnell hinauf zum Jochstock (2500m), der nun auch oberhalb des Nebels lag.

Auf den recht schönen (und leeren) Pisten der zugehörigen KSB bin ich dann noch möglichst lang unterwegs gewesen.

Auf der Abfahrt vom Jochpass konnte man dann schon die Kolonne auf dem Weg zur Talabfahrt beobachten.

Blick von gleicher Stelle hinüber nach Trübsee (dem Zentrum des Skigebiets).

Und nun selbst im Getummel. Abfahrt hat aber trotzdem Spaß gemacht. Um 17:00 dann Aufbruch nach Hause.

Gefahrene Strecke. Sind nur 90km geworden, da PB, SL und Aussicht schon einiges an Zeit verbrauchen. Die 2KSB Engstlenalp und Rindertitlis habe ich mir gespart und zu den Liften bei der Gerschnialp kommt man wohl gar nicht hin (geschweige denn zurück), oder?

Fazit: Hin- und Hergerissen. Es war ein tolles Gipfelerlebnis bei perfekter Sicht und oben bestem Foto-Wetter. Skifahrerisch ist das Gebiet aber nicht so toll, sehr viel Lauferei, Schieberrei und Liftfahrerei. Außerdem war es etwas Pech, dass sich der Nebel nicht noch mehr gelichtet hat.