Berghaus Malbun - Margelchopf - 21.10.2017

Obwohl sich das Hoch an diesem Wochenende verabschieden sollte, bin ich am Samstag noch einmal in die Berge um die warmen Temperaturen auszunutzen. Mein eigentlicher Plan vom Berghaus Malbun auf den 2300m hohen Alvier zu wandern vertagte ich auf Grund von Restschnee und nahm mir stattdessen den 2160m hohen Margelchopf vor.

Berghaus Malbun

Als guter Ausgangspunkt für Wanderungen in der Alviergruppe dient das 1300m hoch gelegene Berghaus Malbun (nicht zu verwechseln mit dem Ort Malbun in Liechtenstein auf der anderen Seite des Rheintals). Das Berghaus ist über eine kleine Straße von Buchs aus erreichbar. Der große Parkplatz kostet 5€ or 6CHF, wobei 4CHF davon als Gutschein für das Restaurant verwendet werden können.
Ich startete meine Wanderung um 8:20.

Dunstiges Rheintal

Ich entschied mich die Margelchopf-Rundwanderung gegen den Uhrzeigersinn zu machen. Etwas ungünstieg musste ich dafür erst rund 150m ins Ivelspustal absteigen. Aber ich dachte: besser am Anfang der Wanderung absteigen, als am Ende noch einen Aufstieg zu haben. Der Abstieg ins Tal führt gut ausgebaut hauptsächlich durch Wald, nur manchmal konnte man wie hier ins Rheintal blicken. Wie man sieht war das Wetter noch nicht so toll.

Ivelspustal

Bis zu diesem Fahrweg musste ich runter, um das Ivelspustal zu durchqueren. Die Wiese auf der anderen Seite sollte es anschließend wieder bergauf gehen.

Margelchopf

Erster Blick auf den nun 1000m höheren Margelchopf vom Ivelspustal aus gesehen.

Alphütte Valspuus

Tiefster Punkt der Wanderung an der Alphütte Valspuus erreicht. Laut Wegweiser standen nun noch 3.5h Aufstieg zum Margelchopf an, den man auch hier im Hintergrund sieht.

Schiefer Baum an Hang

Von Valspuus aus ging es zügig rauf auf den Gampernei. Gampernei ist der sehr lange Grashang, der von Grabs im Rheintal bis auf den 2000m hohen Chapf führt.
Dieser Hang ist im Winter für Skitouren beliebt, weshalb sich dort neben Alpen auch Skihütten befinden.

Alp Wisli

Und schon vorbei an der ersten Hütte, der Alp Wisli. Ab hier wurde der Weg sehr unbegangen und er war nur durch vereinzelten Wegmarkierungen zu finden. Da es aber ohnehin nur eine Richtung gab (nämlich nach oben), ist das kein großes Problem.

Gampernei

Blick nach oben über die Wiesen von Gamernei. Im Hintergrund wieder der Margelchopf. Der Abstieg wird nachher über den Grat links führen.

Büza

Vorbei ging es auch an der Skihütte Gampernei (Büza). Trotz des bewölktem Himmel war es schwül und der Aufstieg war ziemlich anstrengend.

Kreuzberge

Tele hinüber zum Alpstein mit den Kreuzbergen. Glück gehabt: dort wäre es am Vormittag ziemlich bewölkt gewesen.

Gamperney Rheintal

Blick über die Skihütte Gampernei hinab in Rheintal.

Alp CherAlp über Rheintal

Ohne Unterbrechung ging es steil weiter hinauf, immer wieder an Alphütten vorbei.

Aufstieg Chapf

Hier verließ ich den (ohnehin kaum erkennbaren) Weg und ging direkt den Grat zum Chapf hinauf. Der offizielle Weg geht hier etwas links vorbei.

Ski Club Grabs

Oben auf dem Grat hat sich der Ski Club Grabs verewigt. Wahrscheinlich startet man von hier im Winter die Abfahrt, denn nachfolgend geht es auf dem Grat kaum noch bergauf.

Tiefblick Chapf Voralpsee

Der Grat des Chapf bricht hier mit einer Felswand sehr steil bis zum 1000m tieferen Voralpsee ab. Näher habe ich mich an die Kante nicht herangetraut.

Chäserrrugg

Tele zum Chäserrugg und davor dem Gamserrugg. Auch dort waberten die Wolken.

Chapf Grat

Brrr, ganz schön steil.

Gams

Auf der harmloseren anderen Seite des Grats flüchtete eine Gams vor mir. Ein Zeichen, dass ich hier heute der erste Wanderer war.

Gamsberg

Den Chapf hatte ich schließlich zm 10:45 erreicht. Ziemlich erschöpft machte ich nun meine erste längere Pause. Nun konnte ich auch auf der anderen Seite hinunterschauen. Im Hintergrund der Gamsberg, links der Margelchopf und unten im Tal die Alp Isisizsess (wer denkt sich diese Namen aus...).
Der Aufstieg auf den Margelchopf wird später von der anderen Seite erfolgen. Leider kann man nicht einfach daran vorbei dort hin gelangen, sondern ich musste zuerst zur Alp absteigen, um dann durch das Tal wieder hochzuwandern... besser noch etwas ausruhen.

Chapf Chäserrugg

Noch einmal der Blick über den Grat zum Chäserrugg.

Höchst

Tele über den Nideri-Pass hinweg zum Mürtschenstock. Außerdem kündigte sich nun sonniges Wetter an.

Abstieg Chapf Isisizsess

Nun aber Schluß mit Pause und den sehr steilen Abstieg hinab vom Chapf zur Alp Isisizsess. Der Grashang war sehr abschüssig, aber der Weg war ok.

Alp IsisizsessAlphütte

Ankunft an der Alp Isisizsess. Fast 200m Höhe verloren, die nun wieder aufgeholt werden mussten. Wahrscheinlich hätte man auch etwas oberhalb den Hang queren könnten, dort war eine Spur zu erkennen.

Wanderweg Isisizgrat

Rückblick beim Aufstieg von der Alp Sisizsess auf den 2015m hohen Isisizgrat. Ein tolle Landschaft hier oben.

Isisizer Rosswis

Grat erreicht, Blick zurück über das Tal zum Isizer Rosswies und Sichli. Sehen nicht schwierig aus, aber da gibts keine Wanderwege.

Aufstieg Margelchopf

Auf dem Isisizgrat kamen nun alle Wanderer an, die vom Berghaus Malbun den direkten Aufstieg auf den Margelchopf unternahmen. Ich machte erst noch mal eine Pause und betrachtete den weiteren Weg. Bis zum Isisizgrat musste ich anschließend wieder runter, der Margelchopf ist also ein Abstecher von der Runde.

Gamsberg

Blick beim Zustieg zum Margelchopf zum Gamsberg (links) und Chäserrugg (rechts).

Hanenspil

Und auf der anderen Seite des Grats hinab zum Rheintal. Über diese Wiesen wird nachher der Abstieg zum Berghaus Malbun erfolgen.

Bergweg Margelchopf

Nach einem gutmütigen Anfang erreichte ich nun die Felsen des Margelchopf und der Weg wurde ausgesetzter. Unten ist die Alp Sisizsess zu sehen (Chance genutzt den Namen noch einmal zu erwähnen).

Felsiger Bergweg

Erste Steilstufe der Wegs. Hier noch ohne Dratseil, aber schon ordentlich steil. Das Gestein ist aber fest und griffig, so dass ich mit Händen und Füssen gut hinauf kam.

Kletterei Margelchopf

Puh, geschafft, aber die zweite Steilstufe folgte so gleich. Noch war da aber eine Wandergruppe beschäftigt.

Steiler Bergweg

Die steilen Serpentinen zwischen den beiden Steilstufen. Einigermaßen schwindelfrei sollte man sein, insbesondere für den Abstieg.

Drahtseilweg Margelchopf

Bei der zweiten Steilstufe hilf ein (dringend benötiges) Drahtseil. Auf dem Photo sieht es nicht so steil aus, aber es war gefühlt senkrecht.

Aufstieg Margelchopf

Anschließend wurde es flacher, aber der Blick zurück war nicht ohne.

Blick Margelchopf Rheintal

Fast geschafft. Blick hinab auf das Karstgebiet Malbun.

Gipfel Margelchopf

Schönes Gipfelkreuz auf dem Margelchopf. Im Hintergrund das Rheintal rechts und links der Alpstein.

Isisizgrat

Noch einmal der Blick den Isisizgrat entlang zum Fulfirst und Gärtlichopf. Links das dunstige Rheintal.

Gipfelfläche Margelchopf

Nach dem steilen Aufstieg ist der Gipfel des Margelchopfs überraschend flach, groß und entspannend.
Und pünklich zum Höhenpunkt meiner Wanderung wurde das Wetter richtig gut.

Panorama Margelchopf

Ich machte erst mal Pause und genoss den Blick ins Rheintal und ins Toggenburg (links). Auch gut zu sehen ist der Gampernei und Chapf, auf dem ich am Morgen hochgekeucht war.

Margelchopf

Blick über den Gipfel des Margelchopf von der anderen Seite aus.

Aussicht Margelchopf

Toller Blick Richtung Chässerrugg.

Bergpanorama

Tele nach Liechtenstein und zu den Drei Schwestern (links). Ganz rechts ist auch noch die Schesaplana zu sehen.

Alpendohle vor Drei Schwestern

Einzige Alpendohle, die sich nicht vor meiner Kamera flüchten konnte.
Anschließend machte ich mich photofrei auf den steilen Abstieg. Da ich mir Zeit gelassen habe war es gut zu schaffen, obwohl ich großen Respekt vor Abgründen habe.

Karsthöhle

Unterhalb des Isisizgrat wird es dagegen sehr harmlos und man kann sich auf die Sehenswürdigkeiten des Karstgebiets konzentrieren. So wie hier diese große Höhle.

KarstgebietSchwarzer Bergsee

Verschiedene Seen entlang des Abstiegs.

Wanderung Margelchopf

Ein weiteres Panorama während des Abstiegs. Links der Margelchopf und rechts der Hanenspil, den ich auch noch passieren werde.

Felsfaltungen Margelchopf

Faszinierende Felsfaltungen unterhalb des Margelchopfs.

Hanenspil

Der Hanenspil vor dem Rheintal

Margelchopf

Und der Blick vom Hanenspil zum Margelchopf.

Feldweg über Rheintal

Je tiefer ich kam, desto zivilisierte wurde die Landschaft. Hier ging es schon zeitweise auf einem Feldweg entlang. Im Hintergrund der begradigte Rhein und ganz hinten der Bodensee.

Berghaus Malbun mit Skilift

Und nun tauchte auch schon das Berghaus Malbun auf. Hier ist auch der Skilift zu sehen, der mit zum Berghaus gehört.

Wanderung Berghaus Malbun

Der Weg war trotzdem noch ganz nett angelegt und bot dauernd schöne Aussichten.

Tannenzapfen auf Moos

Und auch Details am Wegrand.

Wegweiser Berghaus Malbun

Ankunft auf dem Parkplatz des Berghaus Malbun um 14:00. Hier der Wegweiser am Parkplatz. Der direkte Aufstieg auf den Margelchopf wäre in weniger als 3h machbar.

Wanderkarte MargelchopfHöhenprofil Margelchopf

Gelaufene Strecke. Insgesamt 1300m Auf- und Abstieg auf 13km.

Werdenberg

Bonusmaterial: Das photogene Schloß Werdenberg bei Buchs ist ein Halt bei der Rückfahrt wert.

Fazit: Der Margelchopf bietet ein beeindruckendes Gipfelerlebnis. Die kleine Kletterei vor dem Gipfel ist aber nicht zu unterschätzen und eher nichts für Anfänger. Die Rundtour über Gampernei ergibt eine schöne Tagestour, man muss sich dann aber mit den zusätzlichen Auf- und Abstiegen abfinden.

Download GPX Track